Celebrity Silhouette: Jungfernfahrt von Hamburg nach Rom – 23.07.2011

Wir waren dabei, bei der Jungfernfahrt der neuen Celebrity Silhouette. In einer Woche ging es rund um Westeuropa von Hamburg aus, über einen Zwischenstopp in Barcelona nach Rom (Civitavecchia).

Zurückgelegte Distanzen:
Schiff: 2608sm/4694km
Bahn: 1726km

Was wir dabei erlebt haben, haben wir in diesem Reisebericht zusammengefasst:

Anreisetag nach Hamburg, Samstag der 23.07.11

Wetter: stark bewölkt, aber trocken, windig, bei ca. 15°C

10:55 Wir erreichen überpünktlich den Hamburg Hbf via ICE. Mit der Buslinie Nr. 6 geht es direkt ohne Umsteigen in die Hafen-City. Die Endstation Marco-Polo-Terassen endet nur wenige Meter vor dem Cruise Terminal. Ein Taxi vom Bahnhof ist also nicht nötig. Wer ein City-Ticket bei seiner Bahnfahrkarte dabei hat, zahlt in Hamburg auch nichts für den Bus.
Wer will, kann sich in der Hafen-City vor dem Check-In noch das Unilever-Gebäude und einen kleinen Ausguck-Turm (View-Point genannt) anschauen. Im weiteren Umkreis liegen die Speicherstadt und die noch im Bau befindliche Elb-Philharmonie.

11:30 Check-In: das Ganze gestaltet sich etwas holperiger als gedacht. Vor dem Cruise-Terminal-Hauptgebäude werden wir erst einmal weggeschickt, um in einem Nebengebäude unsere Koffer abzugeben. Dann heißt es kurz anstehen. Dank Priority-Check-In dauert es nur 5 Minuten. Gäste aus billigeren Kabinen müssen etwas länger warten. Nachdem uns der Bordfotograf noch zu einem Foto nötigt, werden wir noch durch die Sicherheitskontrolle geschleust. Da wir 2 Flaschen Rotwein mitgenommen haben, geht es ein wenig hin und her – allerdings ist das einer der Vorteile bei Celebrity und wir dürfen samt des Weines über eine steile Gangway den Bauch des Schiffes betreten.

11:50 An Bord angekommen sind unsere Kabinen noch nicht fertig, da erst um 13:00 Uhr offiziell Einschiffung ist. Hunrig bleiben wir trotzdem nicht, denn das Ocean-View-Café hat bereits zum Mittag-Essen geöffnet.

Die Speisen sind sehr gut und schöne Ambiente auch spontan (bei letzten Kreuzfahrt auf der Adventure of the Seas war das so eine Sache mit dem Essen).
Nach dieser Stärkung erkunden wir die oberen Bereiche des Schiffes und schießen viele Fotos von Schiff und Hansestadt.

13:00 Unsere Zimmer sind fertig. Es erwarten uns Sekt und ein Früchtkorb in unserer Concierge Class Kabine.
Alles ist noch richtig neu und duftet noch ein wenig nach Möbelhaus, ohne dass es allerdings in irgendeiner Form negativ stört.
Vorhin beim Schiffsrundgang ist uns nur eine kleine Baustelle an einer Treppe im hinteren Atrium aufgefallen, die jedoch nur für die Dauer des Aufenthaltes in Hamburg bestehen bleibt.
Ganz interessant finden wir das interaktive TV-System. Ein großer LCD bietet neben den üblichen TV-Programmen, Video-on-Demand Filme, kostenlos, wie Pay-per-View, daneben Informationen zum Bord-Konto, zur aktuellen Position des Schiffes, Sicherheitsinformationen, Zimmerservice, selbst die Bilder des Fotografen können hier betrachtet werden.

15:1 Muster-Drill: wir sind schon etwas eher an unserer Muster-Station, es dauert aber heute ewig bis die ganzen Passagiere an ihren Stationen eingetroffen sind. Zuviel Zeit wird vertrödelt, so das es dann zu knapp wird, einen tollen Platz zum Auslaufen aus dem Hamburger Hafen zu ergattern.


16:00 alle warten gespannt, dass es losgeht. Gegen 16:15 legen wir endlich ab. Sehr viele Schaulustige warten bereits am Unilever-Gebäude neben dem Cruise-Terminal und etwas weiter an den Landungsbrücken. Unzählige Male ertönt unser Nebelhorn und das anderer Schiffe. Den ganzen Tag bereits waren wir ein beliebtes Ziel der unzähligen Hafenrundfahrts-Schiffe.
18:15 heute geht es zum ersten Mal in das Hauptrestaurant, Grand Cuvee. Wir haben sogar einen zweier Tisch, wohl dank unserer höherpreisigen Kabinenkategorie. Etwas negativ finde ich, das Tische und Stühle der Gäste sehr eng gestellt sind. Auf der anderen Seite ist das Design des Saals unglaublich.
Heute werden vier Gänge angeboten, ich entscheide mich für eine Ziegenkäse-Tarte, einen Chef-Salat, Spaghetti Carbonara und Creme Brulee als Nachspeise. Im Gegensatz zu unserer letzten Kreuzfahrt (Royal Caribbean – Adventure of the Seas) ist das Essen sehr gut. Auch sind die Kellner sehr freundlich und fragen nicht penetrant nach, ob wir noch Wein oder etwas zu Trinken haben wollen.
20:45 die erste Show: Cruise Direktor Nick Weir heißt zusammen mit dem Celebrity Cruises Deutschland Chef die Gäste willkommen und präsentiert eine bunte Medley-Show von verschiedenen Künstlern an Bord, die sonst längere Shows (bei längeren Kreuzfahrten) präsentieren. Die Spanne reicht von Swing, über Klassik, zu Jazz, über Akapella hinzu Comedy-Zauberei. Alles hat ein gutes bis sehr gutes Niveau. Bei dem britischen Comedian tobt am Ende der Saal und es gibt Overtionen (allerdings für sein „Opfer“ Lothar).


Danach wollten wir eigentlich früh ins Bett, jedoch verstärkt sich der Seegang von Minute zu Minute. So richtig schlafen kann ich nicht, wenn man nicht nur selbst, sondern auch die ganzen Gläser in den Regalen hin und her rutschen.


Erster Seetag, Sonntag der 24.07.11

Wetter: sehr stark bewölkt, eingeschränkte Sicht bis 500m, sehr windig, bei 11°C

Nach einer wenig schlafreichen Nacht will ich mir gegen 08:30 erst einmal das Fitness-Studio anschauen. Man findet es im Spa-Bereich auf Deck 12. Zu dieser Zeit ist es noch angenehm leer. Auf einem Ergometer drehe ich eine kleine 10km Runde. Das lenkt auch recht gut von der rauen See ab und ich kann mich wieder ein wenig entspannen.
In der Zwischenzeit ist auch der Zimmerservice mit dem Frühstück gekommen. Es gibt neben frischen Orangen-Saft, grünem Tee, ein gutes Omelett, Toast und Pan-Cakes.

Danach machen wir uns auf, zu einem kleinen Spaziergang durch das Schiff. Und essen dann im OceanView-Café zum Mittag. Leider ist es sehr voll, es gibt aber noch ein paar Plätze draußen an der frischen Luft.

Am Nachmittag legt sich der Seegang. Auf dem nachmittäglichen Spaziergang schauen wir im Apple-Store vorbei. Steuerfrei und auch noch in USD Apple-Produkte einzukaufen hat schon was. Die Preise entsprechen der amerikanischen unverbindlichen Preisempfehlung: ein Mac Book Air 11“, 64GB SSD kostet also 999$. Also etwa 700€. Eigentlich ein Schnäppchen. Aber je mehr man über den Kauf nachdenkt, desto mehr Probleme summieren sich auf:
1.) hätte ich bei diesem Gerät keine deutsche Tastatur und das Netzteil benötigt dann wieder einen Adapter
2.) wird das Finanzamt meckern, wenn ich obendrein noch das Gerät als Arbeitsmittel absetzen will, ich aber nur eine Rechnung in USD habe (und dann noch ohne Zollbescheinigung)
3.) Die Garantie beträgt (vermutlich) nur 12 Monate (anstelle von 24 Monaten in Deutschland).
4.) Es handelt sich um das Vorgängermodell (keine Tastaturbeleuchtung, langsamere Hardware, kein aktuelles OS).
Von dem her ist der Kauf erst einmal vertagt.
Wer allerdings Apple-Geräte ohne Tastatur und mit USB-Lademöglichkeit kauft, der kann hier sicherlich zuschlagen. Am besten vorher die Preise von den Händlern des Vertrauens oder aus dem Internet notieren, um sich dann nicht im Nachhinein über ein vermeintliches Schnäppchen ärgern zu müssen.


Gegen 14:30 fahren wir durch die Meerenge zwischen Dover und Calais. Richtung Dover sieht man die berühmten Kreidefelsen. An dieser Stelle herrscht auch reger Fähr- und Containerschiffverkehr, so dass wir hier viele Schiffe parallel und kreuzend zu unserer Route ausmachen können.

Am Abend geht es wieder in das Hauptrestaurant Grand Cuvee und ich probiere zum ersten Mal Froschschenkel. Sie schmecken genauso wie Huhn und sind sehr mager. Man kann es also durchaus mal probieren. Daneben gibt es noch als Hauptspeise ein Rinder-Ragout und als Dessert einen Himbeer-Schoko-Kuchen. Beim Ragout hat es der Koch etwas zu lieb gemeint und etwas zu viel Fleisch auf meinen Teller geladen und dabei die Beilage wie die Gnocchi fast vergessen.

Zwischen dem Abendessen und der Theatershow ist noch etwas Zeit und so schauen wir uns noch einen Film über das Video-on-Demand System an. Leider sind wir dann etwas spät für die Vorstellung der Offiziere und der Show „Silhouette“ im Theater dran. Die Plätze sind schon restlos belegt.
Wir entschließen uns kurzer Hand zur Spätvorstellung zu gehen. Hier ist es dann deutlich leerer und wir haben einen guten Platz mittig im oberen Rang. Kapitän Kafetzis stellt mit einem angenehm trockenen Humor seine leitenden Offziere vor. Überraschend viele kommen aus Griechenland. Hier zeigt sich noch, dass Celebrity einst eine griechische Reederei war.
Danach schließt sich fast nahtlos die Show „Silhouette“ an. Die Show könnte man als eine Fusion aus Circus und Musical bezeichnen. Im Vordergrund treten verschiedene Artisten auf (Seil/Tuchartisten, Clown, Körperakrobatik), im Hintergrund werden afrikanisch-angehauchte Musicalsongs geschmettert. Gesang und Musik sind wie immer live und sehr gut.

Mit den neuen Ohrwürmern im Ohr und geblendet von den Scheinwerfern schauen wir uns noch kurz um, was zu später Stunde (0:15) an Bord los ist. Eigentlich sollte in der Ensemble Lounge noch Jazz bis 1:00 gespielt werden, aber mangels Publikum scheinen schon überall die Bürgersteige hochgeklappt. Also Zeit auch in die eigene Koje zu verschwinden.


Zweiter Seetag, Montag der 25.07.11

Wetter: nebelig, 15°C, trocken, leichter Seegang
Heute Nacht konnte ich im Gegensatz zur unruhigen Nacht davor sehr gut schlafen. Gegen 08:30 klingelt dann mein Wecker. Es ist wieder eine kleine Runde Sport im Sport-Center angesagt. Statt Ergometer racker ich mich heute auf dem Cross-Trainer an. Danach habe ich mir das Frühstück auf unserer Kabine redlich verdient.



Am heutigen Tag fahren wir durch den Golf von Biskaya. Wegen der nebeligen Sicht ertönt häufig das mächtige Nebelhorn des Schiffes.
Dank des kühlen nebligen Wetters ist es angenehm leer auf dem Pooldeck, so kann man ungestört ein paar kleine Runden im Pool ziehen und anschließend im Whirlpool entspannen.


Am späten Nachmittag gehen wir in die Ensemble Lounge und genießen bei einem Drink die Jazz-Songs von „Manny Kellough and the Jazz All-Stars“.


Zum Abendessen habe ich heute Gorgonzola-Ravioli mit Sahneschaumsoße mit Zitronenschalen dazu ein Nuss-Bananen-Gebäck als Nachtisch.

Zwischen Abendessen und Theatershow ist noch etwas Zeit zum Durchzappen der VoD-Bibliothek. Beim Film „Morning Glory“ sind wir dann hängen geblieben. Leider zündet der Film etwas spät und ist eher mäßig vom Inhalt. Ich mag aber, wie Harrison Ford am Ende „fluffig“ sagt.
Weiterhin in der Film-Bibliothek zu empfehlen sind die kleinen Clips, die Cruise Director Nick Weir und seine Filmcrew auf den bisherigen Solstice Class Schiffen gedreht hat. Mehrere Clips zeigen die Meyer-Werft in Papenburg bzw. dem Bau der Solstice-Class-Schiffe. Weitere Clips geben Einblicke, was auf der Brücke alles passiert, bevor das Schiff anliegt (Lagevorbesprechung, Abstimmung mit dem örtlichen Lotsen, manuelle Steuerung des Schiffes durch den Kapitän an die Pier).

Am Abend schauen wir uns die Show im Theater an, heute steht „iXylo“ auf dem Programm. Was sich wie ein neues Minz-Drops anhört ist in Wahrheit ein Xylophon-Konzert auf Speed und/oder Ecstasy. Der Künstler David Meyers trommelt wie ein Wirbelwind auf sein e-Xylophone ein. Dem Publikum scheint es zu gefallen, mir kommt es ein wenig trashig vor.


Dritter Seetag, Dienstag der 26.07.11

Wetter: leicht bewölkt, trocken, 24°C
Nachdem wir nun den Golf von Biskaya hinter uns gelassen haben, fahren wir heute an Portugal vorbei in südliche Richtung. Das Wetter wird immer besser und wärmer, je weiter südlicher wir kommen.

Neben Sport (Rad und Schwimmen), Lesen und natürlich Essen verbringen wir den Tag recht ruhig, am Abend tritt Steve Rawlings wieder auf. Er hatte bereits am ersten Abend einen kurzen Auftritt gehabt. Es zeigte sich allerdings, das Rawlings schon am ersten Abend das meiste Pulver verschossen hatte. Heute Abend war es nicht mehr ganz so amüsant, aber dennoch sehenswert.

Abendessen: kalte Erdbeersuppe, Couscous, Schokokuchen.


Vierter Seetag, Mittwoch der 27.07.11

Wetter: sonnig, schwül, trocken, 26°C


Heute gibt es ein richtiges Highlight auf unserer Strecke, für das wir nicht einmal von Bord gehen müssen: wir fahren heute morgen durch die Straße von Gibraltar. Der Kurs und die Geschwindigkeit wurden so angepasst, dass wir gegen 08:30 durch die Passage hindurchfahren werden. Hierzu stehen wir entsprechend früh gegen 07:30 auf. Nach einem kurzen Frühstück suchen wir uns einen schönen aber sehr windigen Platz zum Filmen aus. Zwar ist der Ausguck bugseitig auf Deck 14 schon überquellend voll, aber es gibt noch eine weniger bekannte Alternative zwei Decks darunter auf Deck 12 vor dem Spa- und Fitness-Bereich.
Hier sehen wir nicht nur die Durchfahrt durch die enge Passage (die heute leider etwas diesig ist), sondern auch sehr viele größere und kleinere Schiffe und auch zwei mal kurz kleine Gruppen von Delphinen, die leider sehr kamera-scheu waren.



Das so viele Eindrücke wiederum hungrig machen, ist jedem klar und so gehen wir nun für das erste richtige Frühstück des Tages in das Bistro on Five auf Deck 5. Five steht entweder wohl für das 5. Deck oder dafür, dass 5$ Coverage Charge zu entrichten sind, pro Person und Besuch. Dafür bekommt man aber auch sehr gute Crêpes, süß oder herzhaft. Ich entscheide mich einmal für „Italian Spicy“ (herzhaftes Crêpe mit scharfer Wurst, karamelisierte Zwiebeln, Würzsoße und Salat) und einmal für „Italian“ (süßer Crêpe mit Banane und Nutella). Die 5$ sind gut angelegtes Geld für sehr gut schmeckendes Hüftgold. Es war zu dem Zeitpunkt (10:30) auch recht leer und ruhig. Wenn das Buffet-Restaurant wieder einmal zu voll sein sollte, kann man hier durchaus hin ausweichen und ein süßes oder herzhaftes Frühstück einnehmen.

Am Nachmittag informieren wir uns, über zukünftige Kreuzfahrten. Bei Buchungen an Bord bekommt man folgende zusätzliche Rabatte bzw. Bordguthaben:
50$ <=5 Nächte 100$ <= 9 Nächte 200$ <= 13 Nächte 300$ >=14 Nächte

An Bord reserviert man nur, die restliche Abwicklung geht dann wie gewohnt über das heimische Reisebüro des Vertrauens.
Ich würde empfehlen, sich im Vorfeld daheim ein Schnäppchen, dass man gerne Buchen möchte, rauszusuchen. Hier wird man jedenfalls eher nicht auf Sonderangebote hingewiesen.
Zum Abendessen müssen wir uns wieder schick machen. Es gibt Salat, Schweinekotelett und Eis in Blätterteig. Als zusätzlichen Höhepunkt stellt der Cruise-Director Nick Weir die zahlreichen fleissigen Helfer hinter den Kulissen vor. Die Menge applaudiert ihren Köchen, Kellnern und Someliers.

Als heutiger Gast tritt Lindsay Hamilton im Theater auf. Musical-Fans kennen Sie als Musical-Sängerin in den Theatern von London. Sie trägt eine Reihe von Klassikern vor, wie „Don’t cry for me Argentina“ als Eva Peron, Songs von Grease und Les Miserable.

Wir freuen uns schon auf morgen, da werden wir gegen 12:00 in Barcelona anlegen und einen kleinen Ausflug durch die katalanische Hauptstadt machen.


Barcelona, Donnerstag der 28.07.11

Wetter: sonnig, trocken, 29°C
Heute wird unser Schiff gegen Mittag in Barcelona einlaufen. Zuvor statte ich wieder dem Fitness-Bereich einen Besuch ab. Ein spätes Frühstück auf dem Zimmer sorgt dafür, dass wir uns nicht in dem Trubel vor dem Landgang in dem Buffet-Restaurant stürzen müssen.
Da wir noch nicht in Barcelona waren, haben wir uns den Ausflug „Barcelona City-Tour“ gebucht für 44$ p.P. Neben anderen Ausflügen wurde noch ein Shuttle-Bus-Service für sagenhafte 13$ angeboten. Auf den kann man im Prinzip verzichten, da der örtliche „Blaue Bus“ einen ebenfalls zur Kolumbus Säule bringt für 1,50€ pro Strecke. Diesen werden wir auf jeden Fall beim nächsten Mal benutzen.

Unser Bus-Ausflug führt uns zu erst auf den „Montjuic“. Rund um diesen kleinen Berg finden sich Park- und Sportanlagen, die für die Olympischen Spiele 1992 erbaut oder erweitert worden sind. Von dem Berg hat man einen schönen Überblick auf Barcelona. Bei einem Zwischenstopp hatten wir hier ausgiebig Gelegenheit Fotos zu machen.
Langsam schlängelt sich dann unser Bus weiter die Straßen Richtung Innenstadt, dabei sind wir unter anderem an dem „Pueblo Espanol“ (spanischer Beitrag einer Weltausstellung) und der „Fundacio Joan Miro“ (Miro Museum) vorbeigefahren. In der Innenstadt sehen wir zahlreiche Gebäude aus dem Schaffen von Antoni Gaudis. Nachdem wir erfahren haben, was der Eintritt zur Besichtigung eines der berühmteren Gaudi-Häuser kosten soll, streiche ich deren Besuch von der Todo-Liste für zukünftige Barcelona-Ausflüge.

Schließlich erreichen wir eines der Hauptziele aller Besucher Barcelonas: die „Sagrada Familia“. Aufgrund unseres knackigen Programmes bleibt leider keine Zeit für einen Innenbesuch, die Besucherschlagen an den Schaltern wären auch viel zu lang gewesen. Unsere Reiseleiterin erklärt uns abseits der Touristenmassen die zahlreichen Symboliken und wie der fertige Bau im Jahre 2026 einmal aussehen soll. Danach haben wir noch ein ausreichend Zeit selbst das Gebäude von außen zu entdecken und für einen WC-Besuch, einen Nippes-Bummel und einen kleinen Snack.
Anschließend geht es weiter in das Gotische Viertel (Barrio Gótico). Hier besichtigen wir die Kathedrale „St. Eulalia“. Sie hat einen sehr schönen Innenhof, in dem sich sogar Gänse in einer Art Brunnen tummeln.
Zurück in Richtung Schiff lassen wir uns an der Kolumbus Säule absetzen und wagen uns in die Las Ramblas, einer Einkaufsstraße, vor. So richtig Lust auf shoppen verspüren wir nicht. Die ungeheuren Menschenmassen, die sich hier langschieben, erinnern dann schon sehr an die Kaufinger Straße in München an einem Samstag Nachmittag. So kehren wir recht bald wieder um, in Richtung Uferpromenade am WTC (World Trade Center). In der Nähe wartet unser Shuttle-Bus, mit dem wir dann wieder zurück zum Schiff fahren.
Zum Abendessen im Grand Cuvee sind wir pünktlich an Bord, es gibt Frühlingsrollen, Salat, Hackfleisch Hackfleischbällchen mit Pasta und einen Käsekuchen.

Die Abendshow beginnt heute erst gegen 22:30. Leider ist es nur ein Verschnitt von bekannten Künstler. Es treten das verrückte Eichhörnchen David Meyer (iXylophon), Lindsay Hamilton (Musical-Sängerin), der Cruise-Direktor Nick Weir und zwei Musical-Artisten Petra (Seilakrobatik) und Jan Dahn (Artistik-Clown) auf.

Kurz nach Mitternacht legt unser Schiff ab. Der hell erleuchtete Industriehafen fasziniert uns noch lange, so das wir noch über eine halbe Stunde an Deck bzw. auf dem Balkon bleiben und die vorbeiziehenden Lichter betrachten. Als der Lotse am Ende der Hafen-Molle wieder von Bord unseres Schiffes geht und zum Abschied winkt, heißt es auch für uns, ins Bett zu gehen.


fünfter Seetag, Freitag der 29.07.11

Wetter: sonnig, trocken, 24°C
Heute starten wir recht spät in den Tag, so wie die anderen Gäste auch. Gegen 10:30 ist noch kaum jemand im Fitness-Bereich. Als Spätstück (eine späte Form des Frühstücks bzw. eine frühe Form des Mittagessens) gehen wir wieder ins Bistro-on-Five. Heute probiere ich den „Cowboy-Crêpes“. Mir persönlich hatte allerdings der „Spicy Italian“ als herzhafter Crêpes besser geschmeckt.

Anschließend brechen wir noch auf große Shopping-Tour auf. Am Ende nenne ich nur eine Postkarte mein Eigen. Nippes, teure Uhren, Kameras oder Hochprozentiges muss ich mir dann doch nicht kaufen, zumal jeglicher Preisvergleich kaum oder schwer möglich ist,

Am Abend gibt es wieder etwas mit Musicals, diesmal singt nicht Lindsay Hamilton sondern die Sänger des Show-Ensembles des Schiffes. In einer aufwendigen knalligen Show werden viele bekannte Stücke, leider manchmal einen oder zwei Ticks zu laut, zum besten gegeben.

Wir dürfen natürlich auch nicht vergessen bis 23:00 unser Gepäck vor die Tür zu stellen, sonst müssen wir es selber von Bord hieven.


Civitavecchia/Roma, Samstag der 30.07.11

Wetter: sonnig, trocken, 29°C
Da wir mit als Letzte von Bord gehen dürfen (9:30), können wir etwas länger als manche anderen Gäste schlafen. Das Buffet-Restaurant ist leider trotzdem noch richtig voll.
Kurz vor 9:30 sind wir dann offiziell ausgeschifft und suchen unser Gepäck im Hafenterminal. Alles ist gut nach Nummern sortiert und geht reibungslos. Etwas suchen muss man nach den Shuttle-Bussen, die einem zum Hafen-Ausgang bringen (ca. 2,5km entfernt, Fussmarsch geht nicht, mangels Gehweg und Hitze). Der Bus ist kostenlos und fährt los, sobald der Bus ausgelastet ist. Vom Hafen-Ausgang sind es dann noch einmal gut 15min Fussmarsch bis zum Bahnhof. Hier sollte man die Schlange am Schalter umgehen und entweder am Automaten ein BIRG-Ticket kaufen oder an dem Tabacchi-Laden (im rechten Gedäudeteil, links ist der normale Fahrkartenschalter).

Nach etwas mehr als einer Stunde kommen wir in Roma Termini an. Unser Hotel ist gleich in der Nachbarschaft des Bahnhofs. Wir können gleich unser Zimmer beziehen und rüsten uns für die ersten Erkundungen in der Umgebung. Das Kolosseum und das Forum Romanum sind nur gut 20 min zu Fuß entfernt.
In der Nachmittagszeit sind dort allerdings derartig viele Menschenmassen zugange, dass wir uns kurzerhand dazu entschließen, am zweiten Rom-Tag am frühen Morgen wiederzukommen, um das Kolosseum und das Forum dann auch von innen zu besichtigen.


Heute ziehen wir ersteinmal weiter und besichtigen, die vielen anderen kleineren Attraktionen der Stadt, wie den Circo Massimo, Monumento a Vittorio Emanuele II, Arco di Giano, Fontana di Trevi, Piazza della Republica, Santa Maria Maggiore.


Rom, Sonntag der 31.07.11

Wetter: sonnig, trocken, 29°C

Nach einer etwas kurzen Nacht (dank Schreihals-Kind im Nachbarzimmer) dauert es diesen Morgen, bis der Schlafzimmerblick verschwindet. Wir können unser Gepäck im Hotel zurücklassen, wieder die Stadt erkunden und dann am Abend mit Gepäck die Heimreise antreten. Ein netter Service unseres Hotels.

Gegen 9:00 brechen wir erneut zum Kolosseum auf und müssen statt 2h nur gut 10min anstehen und das ohne City-Pass oder andere Sondertickets. Für 12€ erhält man Eintritt in das Kolosseum, das Forum Romanum und dem Palatin Hügel. Für diese Attraktionen empfiehlt es sich unbedingt, Sonnencreme, ausreichend Trinken und einen Snack für Zwischen durch einzupacken, da man innen nichts kaufen kann und außen entsprechend saftige Preise verlangt werden.

Am Nachmittag ist noch etwas Zeit für den Norden der Stadt, so schauen wir in Richtung Villa Medici (die geschlossen ist), hin zu dem anschließenden großen Park. Weiter geht es über den Piazza del Popolo zum Augustus Mausoleum. Am Tiber-Ufer entlang spazieren wir, vor der Sonne durch Bäume geschützt, bis zur Engelsburg und machen uns dann auf den Weg zurück zum Hotel.

Am Abend geht dann unser Nachtzug zurück nach München. Die Kabine bzw. das Abteil ist selbst für Kreuzfahrer eine Idee zu klein.


München, Montag der 01.08.11

Wetter: stark bewölkt, trocken, 14°C

Mit etwa 2h Verspätung treffen wir wieder in München ein. Statt heißes Wetter, empfängt uns das gleiche Wetter wieder, wie wir es vor einer Woche in Hamburg zurückgelassen haben.


Tipps:

Eis:
Es gibt an Bord der Celebrity Silhouette folgende Möglichkeiten, an Eis zu kommen:
-Kugeleis an Eis-Theke im Buffet-Restaurant, gute Qualität, kostenlos
-Softeis-Maschine im Solarium (Innen-Pool), mittlere Qualität, kostenlos
-Softeis-Maschine am Mast-Grill (Deck 14, Sonnendeck vorne), mittlere Qualität, kostenlos
-Kugeleis an Eis-Theke (Deck 5), sehr gute Qualität, 3$ für 2 Kugeln, wird frisch zubereitet (oxidiert nicht wochenlang rum, wie bei der Adventure of the Seas)

Dollar an Bord:
Trinkgelder sollte man an Bord hin und wieder geben (z.B. beim Zimmerservice) und es empfiehlt sich aus meiner Sicht diese in Dollar zu entrichten.
Um an Dollar zu kommen, ist es nicht nötig den Bord-eigenen ATM (Geldautomaten) oder die heimische Bank zu bemühen. Es geht viel einfacher, im Casino, genauer den Cashier im Casino. Hier kann man gegen eine Gebühr von 3% sich Dollar vom Bordkonto auszahlen lassen. Für 20$ werden also 20,60$ vom Bordkonto abgebucht. Die heimische Sparkasse wird sicherlich einen etwas ungünstigeren Wechselkurs anbieten.


Gäste an Bord:

überwiegend um die 55 (Paare ohne Kinder)
etliche Rentner,
auch einige Jugendliche
wenige Kleinkinder
ein paar FoD-Freunde


Dinge, die mir positiv aufgefallen sind:

-das Schiff ist sehr neu und modern (was bei einer Jungfernfahrt ja nicht weiter schwierig sein sollte)
-das Design ist fast überall gelungen, geschmackvoll und angenehm anzuschauen
-die Crew ist sehr freundlich und besonders hilfsbereit (besonders unser Kabinensteward Enrico), ohne dass in erster Linie versucht wird das Trinkgeld zu maximieren
-die Musik an den Pools ist eher leise und dank der drei Pools findet man oft ein bisschen Platz zum schwimmen
-dank des großen Fitness-Bereiches gehe ich gerne am Morgen radeln oder trainieren, als Ausgleich zum guten Essen

Dinge, die mir nicht gefallen haben:

-etliche Kabinentüren schließen noch nicht richtig, so sehen wir beim Vorbeigehen, dass einige Kabinen offen sind


Für wen ist diese Kreuzfahrt geeignet?

– für Reisende, die eher Wert auf Komfort, Ruhe und Niveau legen und weniger Las Vegas Unterhaltung, laute Musik und Ballerman-Feeling suchen.
– sportlich muss es nichts aufregendes wie Ice-Skating oder eine Kletterwand sein, ein gut ausgestattetes Fitnessstudio tut es für sie auch
– wer Wert auf gutes Essen liegt, das über den Branchendurchschnitt liegt, kleine Schnitzer sind allerdings erlaubt

Für wen ist diese Kreuzfahrt ungeeignet?

– alle, die die Promenade auf den Royal Caribbean Schiffen lieben (aus meiner Sicht, gibt gibt es die hier zum Glück nicht)
– wen sie ein eher jüngeres Publikum bevorzugen
– sie einen großen Fun-Sport- (wie Klettern, Ice-Skating oder Minigolfen) oder riesigen Kinderbereich brauchen
– sie kein Englisch sprechen (Englisch ist die Bordsprache)
– sie Handtuchtiere lieben (die gibt es auf den Celebrity-Schiffen nicht)

3 Gedanken zu „Celebrity Silhouette: Jungfernfahrt von Hamburg nach Rom – 23.07.2011“

  1. Da habt Ihr ja einen tollen, sehr lebendigen und detaillierten Bericht geschrieben – es kam mir vor, als wäre ich selbst dabei gewesen – brauche also gar nicht mehr selbst hinfahren.

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