Celebrity Equinox: östliches Mittelmeer ab Civitavecchia – 07.11.11 (11-tägig)

Zurückgelegte Distanz: 4839km/2612sm

So. 06.11.11 Daheim

Heute geht es eigentlich noch nicht los, aber beim abendlichen Online-CheckIn daheim wird mir für morgen schon eine 1h Verspätung in Aussicht gestellt. Da die Reederei leider den späteren der beiden Lufthansa-Flüge von München nach Rom für uns gebucht hat, wird es morgen spannend werden, rechtzeitig zum Schiff zukommen.

Mo. 07.11.11 – Flug nach Rom, Transfer nach Civitavecchia

Wetter: bewölkt, 15°C
See: moderat
zu Fuß zurückgelegte Schritte/Distanz: 10402/5,72km

Mit mehr als 1,5h Verspätung (aufgrund einer besseren Auslastung des Flugmaterials, wie es die Schalter-Dame in München beschreibt) hebt unsere Mini-Maschine endlich Richtung Rom ab. Die kleine Maschine erinnert mich sehr an die 3-Wetter-Taft-Werbung aus den 80ern. Als diese Power-Karriere-Frau mit ihrer riesigen Mähne mehrmals an einem Tag aus dem gleichen Flieger an unterschiedlichen Orten steigt. Welchen Beruf sie wohl ausübte? War damals Charity auch schon so in? Das waren noch Zeiten, als solche Power-Karriere-Frauen noch gab.

Aber zurück zu unserem kleinen Zeitproblem, rechtzeitig zum Schiff zu kommen. Um 17:00 soll das Schiff ablegen, bis zu 75 min soll der Transfer dauern und bis die Koffer auf dem Band am Flughafen liegen, bis zu einer Stunde hab ich ja schon einmal gewartet, na das kann ja heiter werden.
Gegen 14:15 landen wir in Rom, um 14:30 sind wir endlich aus dem Flieger und warten gefühlte Stunden auf unsere Koffer. Es macht mich ziemlich nervös, als die Celebrity Leute anfangen alles zusammenpacken. Schließlich purzeln die Koffer endlich auf das Band, und wir können unsere Gepäck bei dem verbliebenen Celebrity Fritzen abgeben.


Wir schaffen es dann doch noch rechtzeitig auf das Schiff. Die mäßig spannende, meist eher langweilige Seenotrettungsübung ist schon im vollem Gange, ehe wir unsere Kabine erreichen. „Alle Gäste an Bord“-Zeit war 15:30, Istzeit war aber 16:30 – unser Flug war also nicht sonderlich gut getimed von der Reederei. Hätte es hier und da noch mehr geklemmt, wäre das Schiff wohl ohne uns losgefahren.
Nun heißt es erst einmal, runterschalten und ankommen. Viel Zeit dazu bleibt jedoch nicht, denn gleich um 18:00 fängt unsere Sitzung im Hauptrestaurant an. Zu meiner Überraschung bekommen wir wieder einen Zweier-Tisch.
Ich bin gespannt, ob sich die Speisekarte sich sonderlich von der Celebrity Silhouette unterscheidet. Nein, dass tut sie nicht, die Speisen sind 1:1 identisch. Nur geschmacklich fanden wir zumindest am heutigen Abend die Silhouette bisher um einiges besser.

Zur Showtime um 21:00 wartet eine weitere kleine Überraschung auf uns, die A Capella-Gruppe „Four Tilt“ scheint uns zu verfolgen, die vier Jungs waren bereits auf der Jungfernfahrt der Celebrity Silhouette mit uns unterwegs. Quasi unsere Celebrity-Groupies, irgendwie.

Di 08.11.11 – Seetag

Wetter: sonnig, leicht bewölkt, 20°C
See: ruhig
zu Fuß zurückgelegte Schritte/Distanz: 7119/3,91km

Heute früh, gegen 08:30, führt uns unsere Route durch die Straße von Messina. Leider haben wir die kleine Stromboli-Insel verschlafen und sehen nur noch einen Krater-Hügel schemenhaft am Horizont. Dafür ist Sizilien zum Greifen nahe. Ähnlich wie zwischen Calais und Dover verkehren hier Fähren in einem dichten Takt. Besonders flink sind kleine Personenfähren unterwegs. Ich dachte, mal was von einer Brücke zwischen dem Festland und Sizilien gelesen zu haben, jedoch fehlt von dieser weit und breit die Spur, vermutlich existiert sie nur im Planungsstadium oder es gibt einen Tunnel, wer weiß.


Nach einem ausgiebigen Kabinen-Frühstück lassen wir den Tag eher ruhig angehen, mit ein wenig Sport im Fitnessraum.
Nach dem Abendessen steht die Show „Remix“ auf dem Programm, hier werden verschiedene Evergreens der vergangenen vierzig Jahre mit einer bunten Bühnenshow zusammengemischt – also ge-“Remix“-t.

Mi. 09.11.11 – Chania (Kreta)

Wetter: sonnig, leicht bewölkt, 20°C
See: ruhig
zurückgelegte Schritte/Distanz: 15026/8,26km

Heute müssen wir nicht allzu früh starten, da wir erst gegen 10:00 die kleine Hafenstadt Souda auf Kreta erreichen. Wir genießen bei einem Frühstück auf dem Balkon die vorbeiziehende Insellandschaft Kretas. Kurz bevor wir Souda erreichen, starten zwei Kampfjets und brettern über uns hinweg. Ein paar Augenblicke später sehen wir eine Meeresschildkröte direkt neben unserem Schiff vorbeiziehen.
Kurz nach 10:00 stürzen wir uns ins Getümmel bzw. zur Gangway. Von unserem Balkon aus haben wir schon die kleinen Linienbusse entdeckt, die uns für 3€ pro Person (Return-Ticket) nach Chania und zurück fahren werden. Die Bus-Tickets werden nicht von der Reederei zu teuren Preisen onboard verkauft, sondern können an einem kleinen Schalter an der Pier erworben werden (pro Person und Fahrt 1,50€).

Nach einer Viertelstunde Fahrt von Souda nach Chania werden wir vor der örtlichen Markthalle rausgelassen. Daneben befindet sich ein kleiner Schalter der Touristeninformation, bei dem man sich eine kleine Karte der Stadt besorgen kann. Die nette Dame am Schalter markierte uns einen besonders „reizvollen“ Weg, der interessanter Weise genau durch das Nippes-Viertel führt. Wer sich nicht an die Wegvorgabe der netten Dame hält, kommt sicher auch über eine Seitenstraße am Hauptziel, dem Venezianischen Hafen, an.

Bis zum Nachmittag haben wir die kleine Altstadt inkl. Starbucks ausgiebig erkundigt und machen uns auf dem Rückweg nach Souda. Bevor es wieder zurück in den Bus geht, müssen wir uns noch mit Wasser für die nächsten Ausflüge eindecken. Links neben der Markthalle gibt es einen kleinen Supermarkt (INKA), in dem man sehr günstig Wasser bekommen kann.
Der Bus wartet wiederum vor der Markthalle in Chania und fährt ohne Zwischenhalt wieder zum Ausgangsort Souda zurück.
Souda selbst bietet (zumindest in Gehreichweite vom Hafen aus) wenig Sehenswertes. Ein paar Geschäfte und Bäckereien haben wir entdeckt, sowie einen Briefkasten. In Chania hatten wir einen vergebens gesucht.
Nach dem Abendessen schauen wir uns die Hot-Glass-Show auf dem Hinterdeck des Schiffes an. Hier wird sehr kurzweilig Glashandwerk live vorgestellt. Drei Glasbläser werkeln fleissig auf der Bühne, einer von ihnen erzählt fleissig wissenswertes über das Glashandwerk oder verlost kürzlich an Bord hergestellte Glaskunstwerke (Vase, Schalen, …). Die anderen beiden werkeln fleißig mit dem glühenden Glas, wobei einer mit dem Werkstück hantiert und der andere neues Glas aus dem Schmelzofen holt.
Kurz vor 21:00 wechseln wir von der Glashandwerksbühne zur Showbühne ins Theater. Hier tritt heute ein unbekanntes Mini-Sternchen (Sheryl Sinclair) aus London auf und präsentiert verschiedene bekannte ältere Songs für das zumeist betagte Publikum. Allzu aufregend war ihre Show jedenfalls nicht, ich bin schon ziemlich müde und werde gleich sehr gut schlafen können.

Do 10.11.11 – Piräus (Athen) – Satz des Tages: „The only thing, that is between me and the Akropolis is YOU!“ (von einem Amerikaner zu einem anderen Touristen, der etwas im Weg rumstand).

Wetter: sonnig, leicht bewölkt bei 20°C
See: ruhig
zurückgelegte Schritte/Distanz: 23296/12,81km

Gegen 06:00 ist bei uns auf dem Gang schon der Teufel los, dabei bricht unser Tag erst in gut 2h an. Relativ schnell ebbt der ganze Trubel auch wieder ab.
Nach einem kleinen Kabinenfrühstück, starten wir gegen 09:00 unser Athen-Abenteuer. Die ganzen Tour-Busse sind anscheinend schon lange fort, der Vorplatz an der Pier unseres Schiffes sieht ziemlich verwaist aus.
Nach Chania wollen wir auch diese Station wieder auf eigene Faust erkunden und verzichten auf einen Reederei-Ausflug.
In diversen Cruise-Foren hieß es, die Metro sei vom Hafen aus ganz einfach zu finden, doch von unserem Cruise-Terminal A war meilenweit nichts zu sehen, was irgendwie mit einer Bahn Ähnlichkeit hätte. Kein Hinweisschild, nichts. Erst ausgiebiges Studieren einer kleinen Karte vom Hafengelände zeigte uns, dass wir noch ein großes Stück von der Metro entfernt waren, um nicht zu sagen, wir waren noch am falschen Ende des riesigen Passagierhafens.
Nachdem wir zu Fuß etliche weitere Terminals, an dem u.a. die Queen Elizabeth und diverse Autofähren lagen, passiert hatten, waren wir auch schon an der Metro-Station Piraeus. Eine halbe Stunde Fußweg würde ich hierfür einplanen, Orientierung und diverese Ampelkreuzungen eingeschlossen.
Am Fahrkartenautomaten der Metro kann man nicht viel falsch machen, es gibt zwei Tarife, einmal ermäßigt, 0,70€ und einmal 1,40€ für Erwachsene für eine einfache Fahrt.
Wir fahren bis zu der Station Monastiraki. Laut Internet soll die Fahrzeit 16:30 min dauern. Wegen Berufsverkehrs und Baustellen waren es aber eher 25min.
Rund um die Station befindet sich das historische Viertel von Athen, in Gehreichweite liegt die Akropolis. Etwas weiter in Osten befinden sich der Zeus Tempel, das Panathenaic Stadium, der Nationalgarten und das griechische Parlament.
Auf dem sehr bevölkerten Akropolis-Hügel frage ich mich, wie viele mehr Menschen wohl in der Hauptsaison kommen.

Auf dem Rückweg zur Metro-Station Monastiraki pilgern wir noch durch die Gässchen von Plaka (Stadtviertel, nördlich der Akropolis), Die vielen Nippes-Läden erinnern uns ein wenig an gestern, an Chania. Nur zieht sich hier alles noch viel länger hin. Auch die Restaurants laden nicht gerade zu Essen ein, alles ist laut und hektisch, wie kann man da in Ruhe Mittagessen?

Im Hafen checke ich noch die Emails, über das mäßig zuverlässige W-LAN und finde leider keine Nachricht von unseren Ausflugs-Guides in Istanbul vor. Hier hatte ich bei Getyourguide.com eine Tour gebucht. Mal schauen, wie und wann die uns übermorgen abholen werden.
Am Abend schauen wir uns eine Show des Pianisten Craig Dahn an. Was die „Los Gauchos“ und der iXylo-Klimperer auf den vergangenen Schiffen waren, ist nun Mr. Dahn auf der Celebrity Equinox – der Trash-Höhepunkt. Statt gediegener Piano-Musik wird einem grelle Rock-Pop-Klassiker serviert, bei dem die begleitende Band meist viel zu laut spielt.
Mr. Dahn weißt auch mehr als einmal auf seinen tollen Piano-förmigen Diamant-Ring hin, den er von Liberace geschenkt bekommen hat. Und nur Barbara Streisand besitzt ebenfalls so einen Nippes-Klunker.

Fr 11.11.11 – Seetag

Wetter: morgens, sonnig, 15°C, nachmittags spürbare Abkühlung auf 6°C, bewölkt
See: moderat
zu Fuß zurückgelegte Schritte/Distanz: 7925/4,35km

Nach dem Frühsport im Fitness-Studio und einem kleinen Frühstück auf der Kabine stand heute ein kleines Highlight auf dem Programm, der Besuch der Galley des Hauptrestaurants „Silhouette“. Leider hatten auch ca. 1200 weitere Gäste die gleiche Idee, deshalb war auch der ganze Dining-Room innerhalb kurzer Zeit zur großen Teilen mit Passagieren gefüllt.
Nach Sprachen und in 10er Gruppen unterteilt, wartete jede Gruppe darauf von einem der Chef-Köche durch die Galley geführt zu werden. Um die Zeit für die wartenden Gäste zu verkürzen beantwortete der Oberchefkoch Ueli die Fragen der Gäste.

Insgesamt gibt es 162 Köche an Bord, die in 17 verschiedenen Küchen verteilt auf dem Schiff arbeiten. Weiterhin gibt es ein vorgeschriebenes flottenweites Menü für die Küchen auf dem Schiff. D.h. man bekommt das Gleiche auf der Equinox wie auf der Silhouette zu essen (was wir auch bestätigen können). Einmal jährlich werden Anpassungen am Menü vorgenommen.
Nun beginnt auch unsere Führung durch die Galley, die Köche bereiteten gegen 11:00 schon das Abendessen vor. An der ersten Station werden die Süßspeisen zubereitet, danach befinden sich die Köche, die für das Büffet-Restaurant Speisen on Demand zubereiten. Gegenüber bereiten Köche Mozzarella-Fleischbällchen für heute Abend vor.
Die Küche kommt mir sehr kompakt vor für 1400 Gäste, die in einer Sitzung gleichzeitig bedient werden. Hier wird es heute Abend bestimmt ziemlich gedrängter und wusseliger zugehen, als es bei unserer Tour der Fall war.

Am Nachmittag schauen wir uns einen Smithsonian Vortrag an. Heute geht es um die Odyssee von Odysseus. Mr. Carver stellt eine mögliche Route vor, die Odysseus und seine Mitstreiter im Mittelmeer abgefahren sein könnten.

Heute Abend wird leider in die Recycling-Tonne gegriffen, es treten erneut Sheryl Sinclair und Craig Dahn von den beiden Vortagen auf. Leider müssen die beiden auf uns verzichten und wir schauen uns stattdessen den Film „Paul“ im Bord-Kino an, den wir sehr unterhaltsam und kurzweilig finden.

Sa 12.11.11 – Istanbul (erster Tag)

Wetter: bedeckt, bis zu 9°C, etwas windig
See: Schiff liegt über Nacht an der Pier
zu Fuß zurückgelegte Schritte/Distanz: 11522/6,33km

Hui ist das heute kalt. Anscheinend haben wir das kalte November-Wetter aus Deutschland mitgebracht. Am Morgen packen wir uns richtig ein, bevor wir von Bord gehen. Um 10:30 sind wir zu einer Tour durch Istanbul mit einem Guide verabredet.
Am Ausgang des Passagierterminals, wartet unser Guide Ali auf uns. Die Tour hatte ich vorab über getyourguide.com gebucht. Wie sich schnell herausstellt, sind wir heute die einzigsten beiden Tourgäste. In dieser sehr exklusiven Tour besuchen wir die beeindruckenden Highlights der Millionen-Metropole. Der Anfang bildet der Topkapi-Palast. Hier sehen wir die neu eröffnete Waffenkammer mit sehr schönen Exponaten an Zierwaffen und Harnisch-Umhängen. Die weiteren beiden Highlights sind die Schatzkammer und natürlich auch die schöne Aussicht auf die Millionenstadt.

Im Anschluss geht es zur Blauen Moschee. Für uns Mitteleuropäer eher ungewohnt, beim Betreten der Moschee gilt Schuhe ausziehen. Die Schuhe können wir in einer kleinen Plastetüte mit hineinnehmen. Drinnen beeindruckt uns der riesige Kuppelbau und die Verzierungen auf den Fliesen.

Über das einstige Hippodrom, heute ein Platz mit zwei Obelisken und einer Säule führt uns dann unser Guide zur Hagia Sophia. Die Kuppel ist noch einmal deutlich größer, obwohl das Bauwerk deutlich älter als die Blaue Moschee ist.

Soviele Eindrücke machen natürlich hungrig. In einem Hotel unterhalb des Topkapi Palastes bekommen wir unser Mittagessen serviert.
Im Anschluss steht der obligatorische Besuch beim Teppichhändler an. Hier trinken wir Apfeltee und lassen uns dabei einige Teppiche zeigen. Der Teppichhändler ist sehr nett und spricht akzentfrei Deutsch. Aber auch das hilft alles nichts, wir kaufen leider keinen Teppich.
Danach geht es dann zum letzten Punkt unseres Ausfluges dem Großen Bassar. Hier ist ziemlich viel Gewusel, jedoch spricht mich nichts besonders an. Nippes hab ich dann doch schon genug daheim.

Kurz bevor wir wieder zum Schiff zurückfahren, probieren wir noch eine kleine Auswahl an Baklava. Einfach lecker.

Am Abend gibt es im Theater eine Türkische Folklore-Show mit Live-Musik, Tänzern und einer Bauchtänzerin.

So 13.11.11- Istanbul (zweiter Tag), Nachmittag ab 14:00 Seetag

Wetter: bedeckt, leichte Regenschauer/Niesel, bis zu 9°C, etwas windig
See: moderat
zu Fuß zurückgelegte Schritte/Distanz: 17669/9,71km

Heute wollen wir Istanbul auf eigene Faust erkunden. Ali hatte uns am Vortag den Taksim-Platz empfohlen, der nicht allzu weit vom Hafenausgang gelegen ist. Leider hat er uns verschwiegen, dass wir hierzu einen ziemlich steilen Berg erklimmen müssen. Vom Taksim-Platz fährt eine alte Tram zum Tünel mitten durch eine Fussgängerzone mit zahlreichen Geschäften. Diese Straße erinnert uns sehr an die Kaufinger Straße in München. Da es noch kurz vor 10:00 ist, haben viele Geschäfte noch geschlossen und die Menschenmassen halten sich sehr in Grenzen (anders als in München an einem Samstag Nachmittag).
Zurück auf dem Schiff sind wir nur um folgende Souvenirs reicher: Wasserflaschen, Schokolade mit Pistazien und Apfel-Tee.

Um 14:00 legen wir von der Pier ab und starten in Richtung Kusadasi.

Im Theater wird heute die Broadway-Musical-Show – Limelight aufgeführt. Es handelt sich um ein einstündiges Medley bekannter Musicals. Kurzweilig, mehr aber auch nicht.

Mo 14.11.11 – Kusadasi

Wetter: bedeckt, bis zu 14°C, etwas windig
See: moderat bis schwer
zu Fuß zurückgelegte Schritte/Distanz: 9432/5,18km

Heute sind wir wieder mit einem über Google ausfindig gemachten Guide unterwegs, wieder heißt er Ali. Und wieder ist die Tour nur zu zweit (plus Guide und Fahrer). Doch anders als in Istanbul wartet unser heutiger Ali noch nicht am Hafengebäude auf uns zur verabredeten Zeit. Seine anwesenden Kollegen sind sehr hilfsbereit und rufen ihn an, um sich nach seinem Verbleib zu erkundigen. Nach ein paar Minuten ist Ali endlich da und es geht endlich los.
Vom Hafen in Kusadasi fahren wir mit einem Minibus nach Ephesus, wo wir die antiken Ruinen besichtigen. Unsere Führung beginnt am Varius-Bad. Ganz in der Nähe sehen wir freigelegte Wasserleitungen, die frisches fließendes Wasser in die Stadt gebracht haben. Über die zahlreichen Brunnen konnte sich die Bevölkerung mit dem frischen Wasser versorgen.
Im weiteren sehen wir u.a. das Odeon, den Traian-Brunnen, die Latrinen, die Celsus Bibliothek und das große Theater.

Nachdem wir dieses Gelände besichtigt haben, fährt uns unser Minibus zum Artemis-Tempel, bzw. dessen Überreste. Es handelt sich um eines der sieben Weltwunder, von dem leider nicht mehr sehr viel übrig geblieben ist.

Anschließend fahren wir zum Mittagessen, es werden Fleischspieße, Köfte, Reis und Salate gereicht.
Danach kommt der etwas leidige Part, der etwas mit Kaffee-Fahrten gemein hat, die Besuche von Teppich-Verkäufern und Lederhändler. Nach dem Besuch von zwei Teppichhändlern (hier und vorgestern in Istanbul) wissen wir nun alle Einzelheiten zu Knüpftechniken und Preisabschätzung ( ((Anzahl der Knoten)/3000)*(180€/22)) ). Aber ich kann mir trotzdem bei bestem Willen nicht vorstellen einen handgeknüpften Teppich zu kaufen. Die Designs sind mir doch deutlich zu unflippig.
Nachdem wir noch ein Ledergeschäft über uns haben ergehen lassen, geht es dann auch wieder zurück Richtung Kusadasi.

Rund ums Hafengelände finden sich sehr viele Verkaufsstände, die allen möglichen Nippes anbieten, nur keine Postkarten. Nach ein wenig suchen finden wir dann endlich einen kleinen Stand, der welche verkauft.

Dann sind wir endlich wieder an Bord, für diese Reise, habe ich erst einmal genug von Teppichen und für russische Damen gemachte Lederjacken.

Am Abend lassen wir die Show im Theater ausfallen. Der Entertainer Vincenzo Gentile wird uns leider nicht im Publikum haben, „Music from around the World“ reicht uns nicht ganz aus, um uns zu überzeugen.

Die Nacht über haben wir eine recht raue See. Aber den Brücken-Offizieren gelingt es, dass wir nicht aus den Betten kullern.

Di 15.11.11 – Seetag

Wetter: bedeckt bis leicht bewölkt, bis zu 14°C, etwas windig
See: leicht bis moderat
zu Fuß zurückgelegte Schritte/Distanz: 10526/5,78km

Bis zum Morgen beruhigt sich die See deutlich. Am Morgen mache ich ein wenig Sport und danach brunchen wir in der Creperie Bistro on Five.

Am Nachmittag besuchen wir zwei Vorträge: „How our ships move“, hier stellt ein Maschinenraum -Offzier das Antriebssystem bestehend aus dem Diesel-elektrischen Antrieb mit den Azipods vor. Beide Azipod-Antriebe haben eine Leistung von insgesamt 42MW, eine unglaubliche Leistung. Die vier Diesel-Generatoren kommen auf je 18MW. Die Azipods sind dabei die größten Verbraucher, weitere Verbraucher sind unter anderem Trinkwasseraufbereitung, Licht, Klimaanlagen und Küchen. Pro Stunde (Voll-Last) werden 10m³ Treibstoff verbrannt.
Der andere Vortrag ist aus der Reihe „Beyond the Podium with Smithsonian Journeys“. Hier geht es um die 7 Weltwunder. Eines davon war der Artemis Tempel in Ephesus, dessen Überreste wir am Vortag besucht hatten.

Nach dem zweiten formalen Diner mit der Parade der Kellner geht es im formalen Dress zur dritten großen Show des Schiffs-Ensembles. Die Show trägt den Namen des Schiffes – Equinox, also Tag- und Nachtgleiche.
Mir kam die Show ziemlich generisch vor, zumal ich die Shows von vielen anderen Schiffen und die des Schwesternschiffes Silhouette kennt. Das generische Rezept ist wie folgt: man nehme eine handvoll Artisten (immer gern genommen Seil oder Band-Artisten), einen Jongleur, ein bisschen Percussion und mixe dazu einen afrikanisch-exotisch anmutenden wortlosen Gesang und fertig ist die einstündige Show.

Mi. 16.11.11 – Messina

Wetter: bedeckt, regnerisch, bis zu 14°C
See: ruhig bis moderat
zu Fuß zurückgelegte Schritte/Distanz: 8898/4,89km

Heute haben wir uns viel vorgenommen, es soll von unserem heutigen Hafen Messina hin auf den Ätna und nach Taormina gehen. Hierzu haben wir einen Ausflug über die Reederei gebucht, andere Anbieter konnte ich leider nicht im Internet ausfindig machen.
Wenn das schlechte Wetter und unser immer und ewig quaselender weiblicher Tourguide nicht gewesen wären, wäre es sicher einer der schönsten Ausflüge geworden. So bekam ich schon auf der Hinfahrt Kopfschmerzen und eine eher gedämpfte Stimmung. Auch vom Ätna war nicht sehr viel zu sehen. Die Sichtweite am Silvestri Krater betrug nur so um die 150m.
Gerade fällt mir sogar ein, dass die Quasel-Dame im Bus soviel unnützes Wissen über Land und Leute von sich gegeben hat, dass sie nicht einmal ihren Namen genannt hat oder vielleicht hat mein Gehirn aus reinem Selbstschutz derart ausgesiebt, dass diese Info nicht hängen blieb. Sie hat die ganze Hinfahrt von Messina bis zum Ätna (über 2,5h Fahrt) ununterbrochen geredet. Nach Taormina wurde es ein wenig besser, da ein Film über den Vesus abgespielt wurde. Auf der Rückfahrt zum Schiff war es zum Glück ziemlich ruhig.

Selten war ich so froh, dass ein Ausflug endlich wieder zu Ende war.

Am Abend schauen wir uns die Theater-Show mit Jeff Bradley an. Eine gelungene Mischung aus Comedy und Stand-up für Erwachsense, kleinen Stunts und Illusion. War für mich eine der besten Unterhaltungsshows auf dieser Fahrt.

Do 17.11.11 – Neapel

Wetter: sonnig, um die 19°C
See: ruhig
zu Fuß zurückgelegte Schritte/Distanz: 20019/11,01km

Uns wurde bereits am Vorabend aus den Bordlautsprechern verkündet, dass die öffentlichen Verkehrsmittel in Neapel heute bestreikt werden. Daher verzichten wir auf das Abenteuer ohne gebuchten Ausflug mit dem Zug nach Pompeii zu fahren und buchen zähneknirschend unsere Tickets über das interaktive TV-System.

Unser Guide hat heute auch wieder viel zu erzählen. Zum Glück ist das Wetter dafür um Längen besser. Ohne eine Wolke am Himmel sieht man bereits vom Hafen den Vesus. Nach etwa einer halbstündigen Busfahrt kommen wir in Pompeii an.

Hier hat man sich etwas besonderes einfallen lassen, die einzigen zugänglichen öffentlichen Toiletten wurden in einen überteuerten Schmuckladen ganz am hinteren Ende eingebaut. Wer also mal muss, muss durch den ganzen Laden durch.

In einer zweistündigen Führung sehen wir die aktuell zugänglichen Bereiche mit Hafen-Zugang, Gerichtsgebäude, Amphitheater, Bordell, Nobelhaus mit dem, was wir leider auf dem Kreuzfahrtschiff vermisst haben, dem Vomitarium.


Nach der Rückkehr tingeln wir noch ein wenig auf eigene Faust durch Neapel und nutzen das schöne warme Wetter noch für ein paar Runden im Pool.

Fr 18.11.11 – Civitavecchia

Wetter: bedeckt, bis zu 14°C, etwas windig
See: ruhig
zu Fuß zurückgelegte Schritte/Distanz: 9538/5,24km

Heute bricht der Tag leider sehr früh für uns an. Die Reederei will alle Gäste bis 9:00 vom Schiff haben. Unser Von-Bord-Geh-Slot ist um 8:15, obwohl unser Flug erst 12:30 geht. Entsprechend geht es im Buffetrestaurant zu. Zimmerservice gibt es leider heute morgen nicht mehr, da die Zimmerstewards schon mit dem Herrichten der Kabinen für die neuen Gäste beschäftigt sind.

Die Fahrt zum Flughafen und der Flug in die Heimat klappen ohne Probleme.

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