A-Rosa: Schnupperkreuzfahrt ab Passau, 01.11.12

Pünktlich Anfang November startet die Nebensaison für die Flusskreuzfahrtschiffe auf der Donau. Jetzt werden meist kürzere Routen zw. drei und fünf Tagen Länge zu vergleichsweise günstigen Preisen angeboten. Als Flusskreuzfahrtneulinge haben wir die A-Rosa Mia fünf Tage lang getestet. Es ging dabei von Passau nach Wien, mit einem Übernachtaufenthalt und dann zurück über Linz nach Passau.


(nicht immer war mein GPS eingeschaltet, daher folgt der Track nicht exakt der Donau)

01.11.12, Passau

-09:30 Anreise mit der Bahn. Leider ist der Zug viel zu klein für die vielen Reisenden Richtung Passau, es wird daher ziemlich kuschelig auf der Fahrt. Immerhin konnten wir das günstige Bayernticket nutzen. So günstig sind wir noch nie zu einer Kreuzfahrt angereist.
-14:30 Das Schiff liegt leider nicht in der Innenstadt, sondern außerhalb an der Anliegestelle in Passau-Lindau. Zu Fuss braucht man etwa 50min vom Hbf. Mit dem Taxi geht es deutlich schneller. Die Fahrt kostet etwa 15€, je nach Verkehr.
Die Einschiffung geht super schnell von der Hand. Ohne Sicherheitskontrolle und sinnfreie Gesundheitsformulare geht es gleich an Bord. An der Rezeption geben wir kurz unsere Ausweise ab und können gleich die Kabine beziehen. Im Buffetrestaurant wartet bereits ein Willkommensbuffet auf uns. So eine entspannte Einschiffung hatte ich bei den Hochseekreuzfahrtschiffen noch nie erlebt.

-16:30 Das Schiff verlässt nun Passau mit Richtung Wien.

02.11.12, Wien

Auf der Fahrt Richtung Wien passieren wir insgesamt neun Donau-Schleusen. Zwei habe ich hier in einem Zeitraffer-Video gefilmt. Die erste Schleuse in dem Video ist Kurz vor Wien, die zweite kurz vor Linz.

-13:00 Wir erreichen nun die Österreichische Hauptstadt. Unser Schiff liegt verkehrstechnisch sehr gut angebunden an der Reichsbrücke, von hier aus sind es nur 10 min zur U-Bahn-Station „Vorgarten-Strasse“.
Am ersten Tag erkunden wir sehr viel zu Fuß, erst den Vergnügungspark um das Prater-Riesenrad und anschließend die Wiener Altstadt. Ein Besuch im Manner-Laden (Waffeln) neben dem Stephansdom darf natürlich nicht fehlen.

03.11.12, Wien

Der Vormittag startet ersteinmal mit viel Kunst, zuerst besuchen wir das Kunsthaus Wien und das Hundertwasser-Haus. Beide Häuser sind von Hundertwasser entworfen. Weiter geht es zum Leopold-Museum im Museumsquartier. Hier besuchen wir auch die Ausstellung. Leider ist nicht sehr viel von Klimt zu sehen. International bekannte Werke findet man hier leider nicht.

Um die Mittagszeit nutzen wir die Möglichkeit wieder zum Schiff zu fahren und dort Mittag zu essen. Das spart die Suche nach einem geeigneten Restaurant in der Stadt und es schont auch den Geldbeutel.
Nach der Stärkung geht es wieder zurück in die Stadt. Schönbrunn muss schließlich auch noch abgehakt werden. Auf Schlange stehen und alter Leute alte Möbel anschauen haben wir keine Lust, daher geht es in den Park, der durch das Herbstlaub bunt eingefärbt ist.


-21:00 Unser Schiff verlässt Wien mit Richtung Linz.

04.11.12, Linz

-14:20 Nach dem Mittagessen erreichen wir nun Linz, die drittgrößte Stadt Österreichs, nach Wien und Graz.
Das Schiff liegt zentral in Linz. Hier lässt sich alles prima zu Fuss erkunden. Gleich auf der anderen Seite der Brücke ist unser erstes Ziel des heutigen Tages: das Ars Electronica Museum. Hier findet man eine interaktive Ausstellung zu aktuellen technologischen Themen, neben dem Internet und Datenschutz auch zu Robotik, Implantaten, Rapid Prototyping und vielem mehr.
Die Ausstellung lässt unser Herz höher schlagen – immerhin sehen wir hier einige Dinge, die wir sonst nur aus Zeitungen kennen. Der Besuch lohnt sich in jedem Fall. (Auf unserem Technikblog findet sich hierzu ein englischer Artikel: Link)

Den Tag lassen wir dann am Abend ruhig bei einem Spaziergang durch die illuminierte Altstadt ausklingen.

05.11.12, Passau

-9:00 Auch die Ausschiffung verläuft, genauso wie die Einschiffung, ganz entspannt. Mit dem Taxi geht es heute wieder zurück zum Bahnhof, wo wir gerade noch so den Regionalzug nach München erreichen. Das war wirklich knapp, aber auch unsere eigene Schuld, wenn man das Taxi um 9:00 bestellt und der Zug um 9:15 fährt.

Was hat uns gefallen?:

-günstige Anreise mit der Bahn möglich (nach Passau)
-sehr gutes Essen, das Buffet bietet für jeden etwas, Kellner sind sehr schnell beim Abräumen, daher ist alles sehr sauber und ordentlich im Restaurant
-sehr entspannte Ein- und Ausschiffung
-Schiff auch nach 9 Jahren im Dienst im sehr guten Zustand, nur wenige Abnutzungsspuren in der Kabine sichtbar
-wir haben sogar ein Kabinenupgrade erhalten, von der S-Außenkabine zur A-Außenkabine

Was war nicht so gut?:

-Anlegestelle Passau-Lindau nicht so gut erreichbar (Taxi oder Bus-Transfer notwendig)
-Nachmittags-Kuchen war eher übersichtlich von der Auswahl
-Motorengeräusche waren recht laut in unserer Kabine (125, Schiffsmitte), besonders stromaufwärts, daher Ohropax einpacken

Fazit:

Mit 299€ für fünf Tage (für die günstigste Kabinen-Kategorie) erhält man ein sehr gutes Einsteigerpaket für Flusskreuzfahrt-Einsteiger. Das gute Essen und die häufig zentrale Lage der Anlegestellen sind ein großes Plus für Flusskreuzfahrten.

Am Anfang war ich noch etwas skeptisch, ob das kleine Schiff nicht zu wenig zu bieten hat. Doch schnell fällt einem dann auf, dass auf einem Hochseekreuzfahrtschiff vieles redundant ist (10 Bars oder mehr) oder man es gar nicht oder selten benutzt (wie Kunstgalerie, das Casino oder den Bordfotografen).

Bereits ein paar Tagen auf dem Fluss sind sehr entspannend – sicherlich wird es nicht die letzte Flusskreuzfahrt gewesen sein.

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